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Wenn das Babyglück gleich im Doppel-, Dreier-, oder Viererpack kommt, ist das eine riesige Überraschung für die werdenden Eltern – denn Mehrlinge sind immer etwas Besonderes! Während Zwillingsgeburten gar nicht mal so selten vorkommen, ist die Wahrscheinlichkeit Drillinge, Vierlinge oder andere Mehrlinge zu bekommen, sehr viel niedriger.  

Wie kommt es überhaupt zu einer Mehrlingsschwangerschaft?

Mehrlinge sind zwei oder mehr Kinder, die sich gleichzeitig entwickeln und kurz hintereinander zur Welt kommen. Aber wie kommt es, dass sich mehr als ein Embryo entwickelt? Dafür muss man zuerst zwischen Eineiigen und zweieiigen Zwillingen unterscheiden.

 

Eineiige Zwillinge entstehen durch einen Zufall bei der Zellteilung. Nach der Befruchtung teilt sich die Eizelle in zwei Zellkerne, die beide das Gleiche Erbgut in sich tragen. Darum haben die Zwillinge das gleiche Geschlecht und sehen sich sehr ähnlich. Je nach Zeitpunkt der Teilung entscheidet sich, wie sich die Embryonen weiterentwickeln.

Verschiedene Arten der Zwillingsschwangerschaft

Kommt es zur Teilung innerhalb von drei Tagen nach der Befruchtung, entwickeln sich die Embryonen nebeneinander. Jeder Embryo hat eine eigene Fruchthöhle und eine eigene Chorionhöhle und ist über eine eigene Plazenta mit der Mutter verbunden. Man spricht von einer diachoral-diamnotischen Zwillingsschwangerschaft.

 

Teilt sich die Eizelle erst nach vier Tagen, bildet sich ein Chorion mit zwei Fruchtblasen. Beide Zwillinge werden über eine gemeinsame Plazenta versorgt. Diese Form der Zwillingsschwangerschaft nennt man monochorial-diamnotisch.

 

Eine Teilung nach acht Tagen führt zu einer gemeinsamen Chorion- und Fruchthöhle, in der sich die Embryos entwickeln. Auch bei der monochorial-monoamnioten Zwillingsschwangerschaft werden beide Kinder über eine Plazenta versorgt. Diese Form ist sehr selten und kommt bei lediglich einer von 100 Schwangerschaften mit eineiigen Zwillingen vor.

 

Falls sich die Eizelle erst zwischen dem 12. bis 14. Tag der Entwicklung teilt, entstehen siamesische Zwillinge. Bei dieser Fehlbildung sind beide Zwillinge miteinander verbunden und an einer oder mehreren Körperstellen zusammengewachsen.

 

Zweieiige Zwillinge entstehen, wenn zwei Eizellen zur selben Zeit heranreifen und befruchtet werden. Beide Embryos haben unterschiedliches Erbgut und können damit so verschieden sein wie normale Geschwister auch.

 

Wenn bei einer In-Vitro-Fertilisation Zwillinge oder andere Mehrlinge entstehen, sind diese fast immer zweieiig. Um die Erfolgsrate zu steigern, werden bis zu drei befruchtete Eizellen in den Uterus verpflanzt, aus denen sich jeweils ein Embryo entwickeln kann.

 

Bei Mehrlingsschwangerschaften wie Drillingen oder Vierlingen sind Kombinationen von eineiigen und zweieiigen Mehrlingen möglich.

Wie wahrscheinlich ist eine Zwillings- oder Mehrlingsgeburt?

Die „Hellin-Regel“ gibt die Wahrscheinlichkeit natürlich auftretender Mehrlingsschwangerschaften an. Demnach beträgt die Wahrscheinlichkeit von Zwillingen 1:85, die von Drillingen 1:852 und die von Drillingen 1:853. Durch die moderne Reproduktionstechnik ist die Zahl allerdings deutlich gestiegen. Das statistische Bundesamt gibt an, dass im Jahr 2014 jedes 27. Neugeborene ein Mehrlingskind war. Unter den gut 700.000 neugeborenen Kindern waren demnach knapp 27.000 Mehrlingskinder, davon 25.954Zwillinge, 846 Drillinge und 44 Vierlinge. Auch das steigende Alter der Schwangeren hat Einfluss auf die höhere Anzahl an Mehrlingsgeburten: Bei einer Frau nimmt mit dem Alter die Konzentration des Eisprunghormons (FSH) zu, dadurch sind mehr befruchtungsfähige Eizellen vorhanden.

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