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Der Name einer Person gehört nach der deutschen Verfassung zum geschützten Persönlichkeitsrecht. Einmal gewählt bzw. zugeteilt, lassen sich Vor- und Nachnamen nur sehr schwer ändern. Während es für die Wahl des Familiennamens ziemlich klare Regelungen gibt, ist die Wahl des Vornamens grundsätzlich frei – solange das Wohl des Kindes nicht beeinträchtigt wird.

Welchen Familiennamen dürfen wir unserem Kind geben?

Wenn die Eltern verheiratet sind und einen gemeinsamen Familiennamen tragen, erhalten auch die Kinder automatisch diesen Namen. Haben die Eltern jeweils ihren Namen behalten, können Sie nun wählen, welcher der künftige Familienname für das Kind (und alle weiteren) werden soll. Ein Doppelname aus den jeweiligen Nachnamen der Eltern ist übrigens nicht möglich. Auch unverheiratete Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht dürfen wählen, ob das Kind den Namen des Vaters oder der Mutter erhalten soll. Ledige Mütter mit alleinigem Sorgerecht können ihrem Kind mit Einverständnis des Vaters auch dessen Nachnamen zuteilen.

Wer darf den Vornamen des Kindes bestimmen?

Wer das Sorgerecht hat, darf auch den oder die Vornamen des Kindes bestimmen. Können sich Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht nicht einigen, entscheidet im Zweifel das Familiengericht, wer den Vornamen bestimmen darf.

Welche Vornamen sind erlaubt?

Es gibt in der Bundesrepublik Deutschland kein Gesetz, das die Wahl der Vornamen einschränkt. Viele Standesämter orientieren sich deshalb an einer Verwaltungsvorschrift, die das Recht der Namensänderung behandelt: die “Allgemeine Verwaltungsvorschrift über die Änderung von Familiennamen und Vornamen” (NamÄndVwV). Darin heißt es unter anderem:

 

„Als neue Vornamen dürfen anstößige oder solche Bezeichnungen, die ihrem Wesen nach keine Vornamen sind, nicht gewählt werden. Als Vornamen dürfen auch Familiennamen nicht gewählt werden, soweit nicht nach örtlicher Überlieferung Ausnahmen bestehen. Mehrere Vornamen können zu einem Vornamen verbunden werden; ebenso ist die Verwendung einer gebräuchlichen Kurzform eines Vornamens als selbständiger Vorname zulässig.“

 

Weigert sich das Standesamt den gewählten Namen eintragen zu lassen und können sich die Eltern nicht mit den Behörden einigen, landet die Entscheidung vor dem Gericht. Dort hat es in der Vergangenheit schon interessante Entscheidungen gegeben. So konnten in Deutschland schon Kinder Galaxina, November oder Sundance benannt werden. Die Vornamen Borussia, Pfefferminze und Verleihnix sind vor Gericht allerdings abgelehnt worden.

Sind geschlechtsneutrale Vornamen möglich?

Lange Zeit galt es auch als ungeschriebenes Gesetz, dass aus dem gewählten Vornamen das Geschlecht des Kindes abgeleitet werden muss. Dementsprechend durften neutrale Vornamen, wie Sascha, Robin oder Luca, nur mit einem weiteren weiblichen bzw. männlichen Vornamen gewählt werden. Das Bundesverfassungsgericht hat dieser Praxis 2008 widersprochen und die Wahlfreiheit der Eltern gestärkt. Kinder dürfen seitdem auch geschlechtsneutrale Vornamen ohne einen ergänzenden Vornamen tragen.

 

„Mangels einschlägiger Bestimmungen im Namensrecht sind die Eltern in der Wahl des Vornamens grundsätzlich frei. Diesem Recht der Eltern zur Vornamenswahl darf allein dort eine Grenze gesetzt werden, wo seine Ausübung das Kindeswohl zu beeinträchtigen droht.“

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