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Ein Mittelweg zwischen Hausgeburt und einer Klinikgeburt mit anschließendem stationären Aufenthalt ist die ambulante Geburt. Wenn Mutter und Kind wohlauf sind, können sie schon zwei bis sechs Stunden nach der Entbindung nach Hause entlassen werden. Auch Geburtshäuser bieten ambulante Geburten an. Wichtig ist eine gute Vorbereitung, damit Sie die erste Zeit zu Hause auch wirklich genießen können.

Wie läuft eine ambulante Geburt ab?

Bei der Geburt selbst gibt es keine Unterschiede. Sie haben Anspruch auf die gleiche medizinische Betreuung durch die Hebammen der Klinik und das weitere Fachpersonal. Auch die technische Ausstattung des Kreißsaals steht Ihnen genauso zur Verfügung. Wenn die Geburt normal verläuft und Mutter und Kind fit sind, können Sie danach nach Hause fahren. Und: Sie können sich jederzeit anders entscheiden. Wenn Sie sich nicht rundum wohl fühlen, können Sie auch länger in der Klinik bleiben.

Klinik oder Geburtshaus?

Eine Alternative zur Klinik ist ein Geburtshaus. Es gibt etwa 100 Geburtshäuser in ganz Deutschland, die zum größten Teil gemeinsam von mehreren Hebammen betrieben werden. Sie bieten ein wohnliches und heimeliges Ambiente aber gleichzeitig auch einen hohen Hygiene- und Sicherheitsstandard für die Geburt. Medizinische Eingriffe wie zum Beispiel ein Kaiserschnitt sind dort nicht möglich, deshalb eignen sich Geburtshäuser nicht für Geburten mit erhöhtem Risiko (z.B. Beckenendlage). Ein wichtiger Vorteil im Geburtshaus ist neben einer entspannten Atmosphäre die durchgängige Betreuung durch eine Hebamme. Ein Schichtwechsel wie im Krankenhaus findet dort nicht statt. Sowohl Kliniken als auch Geburtshäuser bieten regelmäßig Informationsveranstaltungen an. Dort können Sie Fragen stellen und oft auch die Geburtsräume besichtigen. Darüber hinaus ist es ratsam, sich rechtzeitig in der Einrichtung Ihrer Wahl anzumelden.

Beleghebammen für die Geburtsbegleitung

In einigen Kliniken gibt es noch die Möglichkeit, eine freiberufliche Hebamme quasi zur Geburt mitzubringen. Der Vorteil dabei ist, dass Sie exklusiv während der ganzen Geburt von Ihrer vertrauten Hebamme begleitet werden. Wenn Sie diese Variante erwägen, empfiehlt es sich, frühzeitig eine Hebamme zu suchen, die diese Art der Geburtsbegleitung anbietet.

Vorbereitungen für die ambulante Geburt

Damit Sie die erste Zeit mit dem neuen Erdenbürger rundum genießen können, sollten Sie ein paar Dinge vorbereiten. Gut wäre es, wenn der Vater des Kindes oder eine andere erwachsene Person sich um den Haushalt und die evtl. schon vorhandenen Geschwisterkinder kümmern kann. Füllen Sie den Kühlschrank gut vor oder frieren Sie schon einige vorbereitete Mahlzeiten ein. Auch alle wichtigen Pflegeutensilien (Binden, Stilleinlagen, Windeln) sollten ausreichend vorhanden sein.

Wochenbettbetreuung durch eine Hebamme inkl. Stillberatung

In den ersten 10 Tagen schaut Ihre Nachsorge-Hebamme mindestens einmal am Tag bei Ihnen zu Hause vorbei: Sie überprüft, ob sich die Gebärmutter richtig zurückbildet und ob evtl. Geburtsverletzungen richtig heilen. Außerdem gibt Sie Tipps und Ratschläge für den Umgang mit dem Säugling und unterstützt das Stillen. Unser Tipp: Suchen Sie rechtzeitig nach einer Hebamme, die diese wichtige Betreuung übernehmen kann. In ländlichen Gebieten und in vielen Großstädten kann es schwierig werden. Übrigens: Auch nach den ersten zehn Tagen kann Ihre Hebamme bis zu 16 Besuchstermine innerhalb der ersten acht Wochen ohne Weiteres mit der Krankenkasse abrechnen. Bei Bedarf können mit einem Attest der Frauenärztin oder Kinderärztin weitere Besuche beantragt werden. Alleinerziehende oder sehr junge Eltern können unter Umständen auch zusätzliche Hilfe durch eine sogenannte Familienhebamme erhalten.

Kinderärztin oder Kinderarzt für die U2

Die allererste Untersuchung Ihres Kindes, die U1, übernimmt direkt nach der Geburt die Hebamme oder eine Ärztin im Krankenhaus. Die zweite Untersuchung (U2) wird zwischen dem vierten und zehnten Lebenstag von Ihrer Kinderärztin durchgeführt – am besten gemeinsam mit der Fersenblut-Entnahme für das Stoffwechsel-Screening, das 36 bis 72 Stunden nach der Geburt ansteht. Schauen Sie sich rechtzeitig nach einer Kinderarztpraxis in Ihrer Nähe um, die evtl. sogar noch Hausbesuche macht.

Neugeborenen-Hörscreening

In den ersten drei Tagen nach der Geburt wird für Säuglinge das Neugeborenen-Hörscreening angeboten. Dieser Test kann – außer in der Geburtsklinik – in der Praxis der Kinderärztin oder (mit einer Überweisung des Kinderarztes) in einer HNO-Praxis durchgeführt werden. Die Überweisung können Sie übrigens nur erhalten, wenn Sie Ihr Kind schon bei Ihrer Krankenkasse angemeldet haben.

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