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Um die Schmerzen während der Geburt zu lindern, gibt es eine Reihe von Verfahren und Behandlungsmethoden. Für einen leichteren Verlauf der Geburt, kann es helfen, zu wissen, woher diese Schmerzen kommen und welche Möglichkeiten es zur Schmerzlinderung überhaupt gibt.

Ursachen der Geburtsschmerzen

Wehenschmerzen werden durch die kräftigen Kontraktionen der Gebärmutter bei der Geburt ausgelöst und sind nicht vergleichbar mit den Schmerzen von Erkrankungen oder Verletzungen. Die Muskeln der Gebärmutter ziehen sich nach oben und öffnen so zum einen den Muttermund und schieben gleichzeitig das Kind nach unten. Auch die Dehnung des beteiligten Gewebes und weiterer Muskeln, Bänder und Organe verursacht Schmerzen. So muss sich der Muttermund – nachdem er mehrere Monate fest verschlossen war – jetzt auf einen Durchmesser von etwa zehn Zentimetern öffnen.

Individuelle Faktoren der Schmerzwahrnehmung

Jede Frau erlebt eine Geburt anders und auch die Schmerzgrenze liegt unterschiedlich. Weitere Faktoren für die individuelle Schmerzwahrnehmung sind die seelische Verfassung sowie die äußeren Umstände der Geburt. Angst vor den Schmerzen führt oft zu Verkrampfungen, die den Schmerz verstärken und die Geburt verlängern. Das ist ein menschlicher Urinstinkt, damit Frauen ihr Baby nicht in bedrohlichen Situationen zur Welt bringen müssen, sondern sich noch einen sicheren Ort für die Geburt suchen können. Anwesende fremde Personen können deshalb bei einer Geburt zu einem Wehenstillstand führen.

Natürliche Linderung der Geburtsschmerzen

Eine liebevolle, emotionale und körperliche Unterstützung durch die Hebamme, die Ärztin, den Partner oder eine andere Begleitperson erleichtert wesentlich den Umgang mit den Wehenschmerzen. Darüber hinaus hilft eine sichere und ungestörte Umgebung dabei, Anspannungen zu lösen.

Weitere Tipps:

  • Eine bewusste Atmung mit einer langen Ausatmung, die auch mit Tönen, Stöhnen oder Seufzen verbunden ist.
  • Entspannungstechniken, um in den Wehenpausen bewusst locker lassen zu können.
  • Rhythmische Bewegungen, wie z.B. das Becken kreisen lassen
  • Umhergehen und häufige Wechsel der Geburtspositionen
  • Massagen (z.B. im Kreuzbeinbereich)
  • Wärmeanwendungen als Kompressen, Körnerkissen oder in einem warmen Wannenbad

Alternative Verfahren zur Schmerzlinderung

In der Geburtshilfe werden verschiedene alternative Methoden wie Homöopathie oder Bachblüten- und Aromatherapie zur Schmerzlinderung eingesetzt. Obwohl es für viele Verfahren keinen wissenschaftlichen Beleg für die Wirksamkeit gibt, können sie dabei helfen, sich zu entspannen.

Medikamente zur Schmerzlinderung

Bei Schmerzen zu Beginn der Eröffnungsphase helfen entkrampfende Mittel (Spasmolytika) dabei, den Muttermund zu entspannen. Sind die Schmerzen stärker, kommen unter Umständen opiathaltige Schmerzmittel zum Einsatz. Allerdings lindern diese nicht nur die Schmerzen, sondern dämpfen auch das Bewusstsein der Mutter und machen das Kind schläfrig. Örtliche Betäubungen wie der Pudendus-Block, die Peridural-Anästhesie oder die Spinalanästhesie sind dagegen ausschließlich lokal wirkende Verfahren.

Der Pudendus-Block

Um den Dehnungsschmerz in der Austreibungsphase der Geburt zu betäuben, kann der Pudendus-Block eingesetzt werden. Dafür spritzt eine Ärztin ein Betäubungsmittel direkt in das Gewebe im Bereich des Sitzbeinhöckers. Ein Übergang des Medikaments auf das Kind ist dabei durch den Einsatz in der Spätphase der Geburt in der Regel ausgeschlossen.

Die Periduralanästhesie (PDA)

Bei der PDA wird ein weicher Katheter in den Periduralraum zwischen Wirbel und Rückenmarkskanal gelegt, um dort ein betäubendes Medikament zu verabreichen. Bis die Wirkung eintritt, dauert es ca. 15 bis 20 Minuten. Wenn die Wirkungen nach ca. 2-3 Stunden nachlässt oder auch falls später ein Kaiserschnitt gemacht werden muss, kann das Medikament nachdosiert werden. Da es durch die PDA zu einem Wehenstillstand kommen kann, wird sie normalerweise erst gelegt, wenn der Muttermund bereits einige Zentimeter geöffnet ist.

Komplikationen und Nebenwirkungen sind beispielsweise ein Blutdruckabfall, Kopfschmerzen oder die Lähmung der Blase. Damit nicht eine volle Blase den Geburtsfortschritt verhindert, wird deshalb oft ein Blasenkatheter gelegt. Außerdem dauern Geburten mit PDA im Durchschnitt etwas länger und der natürliche Pressdrang in der Austreibungsphase kann eingeschränkt sein.

Die Spinalanästhesie

Bei der Spinalanästhesie wird die harte Rückenmarkshaut durchstochen und das Medikament direkt in das Nervenwasser in den Rückenmarkskanal gespritzt. Die Wirkung der Betäubung setzt sehr schnell ein und wird zunächst als Wärmegefühl gespürt. Daher wird diese Methode auch oft gewählt, wenn ein sofortiger Kaiserschnitt notwendig ist. Falls beim Einstich Rückenmarksflüssigkeit verloren geht, können starke Kopfschmerzen ausgelöst werden.

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