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Bei einer Lageanomalie liegt das Kind in einer für die Geburt ungünstigen Lage in der Gebärmutter. Die normale und günstigste Position ist die Hinterhauptlage, bei der der Kopf unten liegt. Ungünstige Positionen sind die Beckenendlage (BEL), die Querlage, die Schräglage sowie die Stirn- und Gesichtslagen. Diese Lagenanomalien machen häufig einen Kaiserschnitt notwendig, wenn das Kind nicht erfolgreich gewendet werden kann. Bei der Beckenendlage ist eventuell auch eine vaginale Geburt möglich.

Die häufigste Lageanomalie: Beckenendlage

Mit dem Po voran: Drei bis fünf Prozent aller Kinder liegen zur Geburt in Beckenendlage oder Steißlage. Während in der 21. bis 24. Schwangerschaftswoche noch etwa ein Drittel der Kinder die Beckenendlage bevorzugen, sind es bei ausgetragenen Schwangerschaften nur noch drei bis fünf Prozent. Die Beckenendlage tritt deshalb auch häufiger bei Frühgeburten und Mehrlingsgeburten auf. Es gibt auch anatomische Gründe für die Beckenendlage wie eine Vorderwand-Plazenta, eine kurze Nabelschnur oder ein verengtes Becken.

Wie kann eine Beckenendlage gewendet werden?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um das Baby zum Drehen zu bewegen. Die beliebtesten sanften Methoden sind die Moxibustion, die Lichtwende und die „Indische Brücke“. Bei der äußeren Wendung wird das Baby von außen in die Schädellage gedreht. Da es bei dieser Drehung zu Komplikationen kommen kann, wird diese Methode erst nach der abgeschlossenen 37. Schwangerschaftswoche im Krankenhaus durchgeführt, damit im Ernstfall das Baby per Kaiserschnitt geholt werden. Vorab wird zunächst anhand verschiedener Parameter individuell geprüft, ob eine Wendung Erfolgsaussichten hat. Insgesamt gelingen ca. 50 bis 65 Prozent der Wendungen.

Beckenendlage: Normale Geburt oder Kaiserschnitt?

Eine vaginale Geburt bei einer Beckenendlage ist beschwerlicher, aber auch risikoreicher für das Kind. Deshalb sollte eine Geburt in Beckenendlage unbedingt von erfahrenen Hebammen und Ärztinnen begleitet werden. Das Kind muss sich auf dem Geburtsweg genauso einfügen, drehen und wenden, als wenn es mit dem Kopf zuerst kommt. Das ist teilweise sehr eng und es besteht auch die Gefahr eines Nabelschnurvorfalls und damit einer Verringerung der Sauerstoffzufuhr. Sobald der Po draußen ist, sollte das Baby deshalb schnell geboren werden. Kommt es hier zu Verzögerungen, wird gegebenenfalls ein Kaiserschnitt gemacht. Ein weiteres Risiko bei Geburten in Beckenendlage ist der Geburtsstillstand. Da der Po den Geburtsweg nicht so stark dehnt wie der Kopf, kommt es unter Umständen zu einer Wehenschwäche und die Geburt geht nicht voran. In diesem Fall wird eventuell ein Wehenmittel gegeben.

Gründe für einen geplanten Kaiserschnitt bei einer Beckenendlage sind u.a.:

  • eine Frühgeburt
  • ein verengtes Becken oder eine Beckenanomalie der Mutter
  • ein geschätztes Geburtsgewicht von mehr als 3.800 Gramm
  • Vorerkrankungen der Mutter, wie Diabetes oder Praeklampsie
  • ein Nabelschnurvorfall nach einem Blasensprung

Seltene Lageanomalien: Querlage, Schräglage und Deflexionslagen

Zu den sehr seltenen Lageanomalien zählt die Querlage, die eine natürliche Geburt unmöglich macht. Dabei liegt das Kind quer zur Längsachse der Mutter. Bei der Schräglage liegt das Kind in einem spitzen Winkel im Becken der Mutter. Auch hier muss ein Kaiserschnitt gemacht werden, wenn es nicht gelingt, das Baby zu drehen. Darüber hinaus gibt es auch ungünstige Lagen bei der Schädellage, die allerdings ebenfalls sehr selten vorkommen. Bei der Stirnlage hat das Kind den Kopf nicht zur Brust gebeugt, sondern nach hinten gestreckt. Man spricht dabei auch von einer Deflexionslage. Sie ist für Mutter und Kind gefährlich und deshalb eine Indikation für einen Kaiserschnitt, da sie zu Wehenstörungen oder zu einem Geburtsstillstand führen kann.

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