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Eine natürliche Geburt ist ein Prozess, der mehrere Stunden dauert und in mehrere Phasen eingeteilt wird. Es wird dabei unterschieden in den Geburtsbeginn, die Eröffnungsphase, die Austreibungsphase und die Nachgeburtsphase.

Erste Vorboten der Geburt

Schon in den letzten Wochen der Schwangerschaft treten immer häufiger Vorwehen und Senkwehen auf. Mit den Senkwehen rutscht das Baby tiefer in das Becken, sodass sich die Atmung der Mutter wieder erleichtert und auch der Druck auf den Magen nachlässt. Allerdings drückt das Baby nun stärker auf die Blase und den Darm, was zu stärkerem Harn- und Stuhldrang führt.

 

Weitere mögliche Vorboten der Geburt:

  • Einige Tage oder auch erst einige Stunden vor der Geburt geht der Schleimpfropf ab, der den Muttermund verschließt – das sogenannte Zeichnen. Eventuell kommt es dabei zu einer kleinen Blutung, die Zeichenblutung genannt wird.
  • Nachlassende Kindsbewegungen (aber kein völliges Aufhören)
  • Unruhe mit Schlaf- und Appetitlosigkeit, verbunden mit einem „Nestbautrieb“

Blasensprung

Auch der Blasensprung gehört zu den Vorboten der Geburt. Wenn die umhüllende Fruchtblase reißt, fließt bis zu einem Liter Fruchtwasser in einem Schwall ab. Bei manchen Frauen tröpfelt es auch nur – je nachdem, an welcher Stelle die Fruchtblase reißt. Wenn Ihre Ärztin oder Ihre Hebamme im Vorfeld festgestellt hat, dass das Köpfchen bereits fest im Becken sitzt, besteht kein Grund zur Sorge und Sie können sich in Ruhe zur Klinik begeben bzw. Ihre Hebamme anrufen. Anderenfalls sollten Sie sich besser liegend transportieren lassen, damit die Nabelschnur nicht neben das Köpfchen rutscht (Nabelschnurvorfall). Sollten in den nächsten Stunden keine Wehen einsetzen, besteht evtl. die Gefahr von aufsteigenden Infektionen.

Geburtsbeginn mit regelmäßigen Wehen

Zu Beginn sind die Wehen noch schwach, mit großen Abständen und unregelmäßig. Richtig los geht es erst, wenn die Wehen regelmäßig und kräftig auftreten. Auch die Schmerzempfindung strahlt mehr und mehr vom Rücken in Richtung Unterbauch und Oberschenkel. Zu Beginn haben die Wehen einen Abstand von etwa 20 bis 30 min. Wenn die Wehen länger als eine halbe Stunde lang in Abständen von 10 Minuten oder weniger kommen, wird es Zeit für die Fahrt in die Klinik oder in das Geburtshaus bzw. den Anruf bei der Hebamme.

Eröffnungsphase

Die Eröffnungsphase dient dazu, den Muttermund vollständig auf circa zehn Zentimeter zu öffnen. Beim ersten Kind dauert das im Durchschnitt acht bis 14 Sunden, bei weiteren Geburten geht es schneller. Um den Muttermund zu öffnen, werden die Wehen immer stärker und länger und auch die Abstände werden kürzer. Zum Schluss dieser Phase kommen die Wehen alle zwei bis drei Minuten und dauern etwas 60 Sekunden. Spätestens in der Eröffnungsphase springt die Fruchtblase, was die Wehen oft noch verstärkt und den Geburtsverlauf beschleunigt. Aus diesem Grund wird die Fruchtblase manchmal auch künstlich von der Hebamme gesprengt (Amniotomie), wenn eine Geburt ins Stocken gerät. Die Hebamme kontrolliert in dieser Phase regelmäßig, wie weit sich der Muttermund schon geöffnet hat und ob das Köpfchen sich in der richtigen Position befindet. Darüber hinaus werden die Herztöne des Kindes überwacht.

Wenn die Schmerzen zu stark werden, stehen verschiedene Methoden zur Schmerzlinderung zur Verfügung:

  • Entspannungs- und Atemübungen,
  • Bewegung oder ein Wechsel der Körperhaltung
    • Sitzen auf dem Gymnastikball oder einem Gebärhocker
    • An ein Seil hängen
    • Liegen auf der Seite
    • Umhergehen mit Unterstützung
    • Stehend gegen die Wand oder den Partner lehnen
    • Vorne übergebeugt auf ein Fensterbrett oder einen Wickeltisch abstützen
  • Wärme in Form von
    • Körnerkissen oder Wärmflaschen
    • einem warmen Sitzbad
    • einem Fußbad
  • Massagen und Akupunktur
  • Krampflösende und schmerzlindernde Medikamente
  • Örtliche Betäubungen

Übergangsphase

Die kurze Übergangsphase führt zur vollständigen Öffnung des Muttermundes und wird von den Frauen oft als sehr unangenehm erlebt. Die Wehen treten für eine kurze Zeit sehr stark und in sehr kurzen Abständen auf, sodass kaum Erholungspausen bleiben. Viele Frauen kommen hier an ihre Grenzen und werden mutlos oder gereizt. Meist hilft aber die Unterstützung der Hebamme oder des Partners, um diesen schwierigen Abschnitt zu überstehen. Denn: Die eigentliche Geburt steht jetzt unmittelbar bevor.

Austreibungsphase

Sobald der Muttermund vollständig geöffnet ist, beginnt die Austreibungsphase. Mit Presswehen wird das Kind zum Beckenausgang und dann durch die Scheide hinausgeschoben. Damit verbunden ist das starke Bedürfnis der Frauen mitzupressen. Durch diese aktive Mitarbeit wird auch von den meisten Frauen der Schmerz als erträglicher als bei den Eröffnungswehen beschrieben. Zudem schüttet der Körper in dieser Phase viele schmerzdämpfende Botenstoffe aus. Welche Position Sie in dieser Phase wählen, bleibt Ihnen überlassen. Sie können auf einem Hocker sitzen, im Bett auf dem Rücken liegen, den Vierfüßlerstand einnehmen oder eine andere Lage Ihrer Wahl einnehmen. Damit der Druck auf den Damm nicht zu groß wird und das Dammgewebe sich dehnen kann, bremst die Hebamme eventuell das Köpfchen während der Presswehen etwas ab (Dammschutz). Außerdem kontrolliert sie regelmäßig die Herztöne des Kindes. Schließlich werden zunächst der Hinterkopf, dann die Stirn und das ganze Gesicht geboren. In einer weiteren Wehe folgen dann Schultern und der Körper des Babys. Wenn alles normal verläuft, wird das Baby direkt auf den Bauch oder an die Brust der Mutter gelegt und nach einer kurzen Ruhepause abgenabelt.

Nachgeburtsphase

Die Nachgeburtswehen ziehen bereits kurz nach der Geburt die Gebärmutter zusammen, sodass sich die Plazenta von der Gebärmutterwand löst. Ihre Hebamme wird Ihren Bauch abtasten, um zu prüfen, ob sich der Mutterkuchen schon komplett abgelöst hat. Um die Ablösung zu unterstützen, hilft es, das Baby an die Brust zu legen. Die Saugbewegungen regen zusätzlich die Wehen an. Hat sich die Plazenta nach einer halben Stunde noch nicht gelöst, wird von außen nachgeholfen, um starke Nachblutungen zu vermeiden.

Mit Hilfe der Nachgeburtswehen werden die Plazenta sowie die Eihäute der Fruchtblase aus der Gebärmutter gedrückt. Meistens gelangt dabei auch ein größerer Schwall Blut nach außen. Danach lässt die Blutung aber deutlich nach. Die Nachgeburt verursacht keine Schmerzen, weil sie nur sehr klein sind und Sie zudem wahrscheinlich völlig durch das Baby abgelenkt sind. Sobald die Nachgeburt draußen ist, wird sie auf Vollständigkeit untersucht. Verbliebene Reste können nämlich starke Blutungen und Entzündungen verursachen.

Mit weiteren Nachwehen zieht sich die Gebärmutter immer weiter zusammen. Die Mutter wird auf Geburtsverletzungen, wie z.B. einen Dammriss untersucht, und entsprechend versorgt. Das Baby wird untersucht, gemessen und gewogen und anschließend wieder an die Brust der Mutter gelegt. Jetzt haben Sie Zeit, um sich in Ruhe kennenzulernen. Hin und wieder wird noch eine Hebamme vorbeikommen, um die Blutung zu kontrollieren.

Wenn Sie in der Klinik bleiben, wechseln Sie nach ca. zwei Stunden auf die Wochenstation oder ins Familienzimmer. Bei einer ambulanten Geburt werden Sie nach ca. vier Stunden nach Hause entlassen, wenn keine Komplikationen auftreten.

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